Google könnte vor Weihnachten ein größeres Suchranking-Update vorbereiten

KI-generiert
10.10.2026 76 mal gelesen 3 Kommentare

Google könnte noch vor der Weihnachtszeit ein größeres Suchranking-Update vorbereiten

Google hat bislang kein neues Core-Update angekündigt. Nach einer Analyse von Roger Montti, die am 5. Oktober 2026 im Search Engine Journal vorgestellt wurde, sprechen jedoch mehrere Hinweise für eine mögliche größere Änderung am Suchranking noch vor Ende der Weihnachtszeit.

Als Grundlage nennt Montti ein wiederkehrendes saisonales Muster, aktuelle Änderungen an Googles Richtlinien für hilfreiche Inhalte und ein derzeit laufendes zweiwöchiges Spam-Update. Für Betreiber von Onlineshops und Websites sei die Entwicklung deshalb relevant, auch wenn eine offizielle Bestätigung durch Google noch aussteht.

Google veröffentlicht laut der Quelle traditionell mindestens ein großes Kernupdate, gelegentlich sogar zwei, vor und während der Weihnachtszeit in den USA. Seit 2021 gingen sechs der letzten Updates entweder einem Spam-Update voraus oder überschnitten sich mit einem solchen; als Ausnahme wird das Spam-Update vom Oktober 2023 genannt.

Montti erwartet, dass ein mögliches nächstes Update stärker auf Benutzererfahrung und Nutzerzufriedenheit, authentische Inhalte, die Darstellung von Fan-Out-Suchanfragen sowie möglicherweise neue Algorithmen zur Bewertung der Inhaltsqualität ausgerichtet sein könnte.

BeobachtungAngabe aus der Quelle
Aktueller StatusGoogle hat noch kein Core-Update angekündigt
Laufende MaßnahmeZweiwöchiges Spam-Update
Historisches MusterSechs Updates seit 2021 gingen einem Spam-Update voraus oder wurden von einem solchen begleitet
AusnahmeSpam-Update vom Oktober 2023

Zusammenfassung: Quelle: ALM Corp. Ein neues Google-Core-Update ist nicht bestätigt, doch saisonale Muster, das laufende Spam-Update und Änderungen an den Richtlinien werden als mögliche Hinweise auf eine bevorstehende Ranking-Anpassung bewertet.

Überarbeitete Richtlinien rücken Inhaltsqualität und Nutzerzufriedenheit in den Mittelpunkt

Google hat seine Richtlinien für hilfreiche Inhalte aktualisiert. In der öffentlichen Wahrnehmung stand vor allem die neue Warnung vor gefälschten Autoren- und Profilinformationen im Vordergrund, während Montti die Ergänzungen zur Inhaltsqualität und Nutzerzufriedenheit für die wichtigere Änderung hält.

In den überarbeiteten Richtlinien heißt es, dass „die Qualität des Hauptinhalts einer Seite einer der wichtigsten Faktoren für die Bewertung der Seitenqualität einer Website ist“. Seiten sollen außerdem danach analysiert werden, inwieweit ihr Inhalt den Zweck der Seite erfüllt und dem Nutzer ein positives Erlebnis bietet.

Google beschreibt zudem, was unter Talent oder Können verstanden werden kann. Inhalte sollen die Kompetenz erkennen lassen, die für ein gutes Nutzererlebnis erforderlich ist. Genannt werden verständliche Texte, professionell produzierte Videos und funktionierende Seitentools.

Eine spezielle Fachkenntnis ist laut Google nicht bei jedem Thema erforderlich. Als Beispiel wird ein persönlicher Tipp zum Schneeräumen von der Einfahrt genannt.

Hochwertige Inhalte sollen ihren Zweck erfüllen, Nutzer zufriedenstellen und „fundierte, nicht oberflächliche Recherche, Originalität, Ausdrucksqualität und Informationsgenauigkeit“ zeigen. Nutzerzufriedenheit sei zwar nichts Neues, Webmaster könnten Zufriedenheitssignale jedoch nicht direkt beeinflussen.

„die Qualität des Hauptinhalts einer Seite einer der wichtigsten Faktoren für die Bewertung der Seitenqualität einer Website ist“ – Google-Richtlinien, zitiert von ALM Corp

Montti verweist darauf, dass Nutzerverhalten bereits seit längerer Zeit zur Bestimmung von Rankings herangezogen werde. Er nennt das Navboost-Patent aus dem Jahr 2004, ein weiteres Patent zur Nutzung markenbezogener Suchanfragen als Relevanzsignale seit mindestens 2012 sowie ein Patent zum Google-Trust-Ranking.

Zusammenfassung: Quelle: ALM Corp. Google bewertet den Hauptinhalt im Zusammenhang mit dem Zweck einer Seite und legt dabei Wert auf Qualität, Originalität, Informationsgenauigkeit und ein positives Nutzererlebnis.

Zum Hauptinhalt gehören mehr als Texte

Nach der aktualisierten Definition von Google umfasst der Hauptinhalt jeden Teil einer Seite, der in direktem Zusammenhang mit ihrem Zweck steht. Dazu zählen neben Haupttexten und Artikeln auch Bilder, Audio- und Videodateien.

Montti interpretiert die ausführlichere Aufzählung als Hinweis darauf, dass nicht-textuelle Inhalte bei einer möglichen nächsten Ranking-Anpassung eine größere Rolle spielen könnten. Unterschiedliche Inhaltstypen werden in den Richtlinien nun gesondert berücksichtigt.

Interaktive Funktionen müssen zum Zweck der Seite beitragen

Google zählt auch interaktive Funktionen zum Hauptinhalt. Dazu gehören Rechner, Online-Tools und Spiele. Ebenfalls genannt wird die Suchfunktion, was Montti als überraschend bezeichnet.

Für die Bewertung ist entscheidend, dass jede Funktion zum Zweck der Seite beiträgt. Montti prognostiziert, dass Google künftig stärker in diesen Bereich investieren könnte.

Nutzergenerierte Inhalte und Registerkarten werden ebenfalls berücksichtigt

Forendiskussionen, Kundenrezensionen, Kommentare und von Nutzern hochgeladene Medien können als Hauptinhalt gelten. Voraussetzung ist, dass sie direkt dem Zweck der Seite dienen.

Als Beispiel nennt die Quelle eine von Nutzern gestellte und auf der Seite beantwortete Frage. Auch Inhalte in Registerkarten oder erweiterten Abschnitten werden berücksichtigt, sofern sie dazu beitragen, dass die Seite ihre Funktion erfüllt.

  • Haupttext und Artikel
  • Bilder, Audio- und Videodateien
  • Rechner, Online-Tools und Spiele
  • Suchfunktionen
  • Forendiskussionen, Kundenrezensionen und Kommentare
  • Von Nutzern hochgeladene Medien
  • Inhalte in Registerkarten und erweiterten Abschnitten

Infobox: Quelle: ALM Corp. Als Hauptinhalt gilt nicht nur Text. Entscheidend ist, ob ein Element direkt dazu beiträgt, den Zweck der Seite zu erfüllen.

Titel und Überschriften sollen Inhalte zusammenfassen statt Keywords zu wiederholen

Titel und Überschriften gehören traditionell zu den zentralen SEO-Elementen. Montti kritisiert jedoch ihre Nutzung auf vielen Websites, wenn sie keinen erkennbaren Zusammenhang mit dem darunterstehenden Inhalt haben.

Er behauptet, Google beobachte bereits seit mindestens 2012, dass Seiten abgestraft werden, deren Titel und Überschriften keine exakten Keywords enthalten. Gleichzeitig könne das Vorhandensein exakter Keywords auf jeder einzelnen Seite ein Indiz für Spam-Inhalte sein, die Suchmaschinen manipulieren sollen.

Nach den neuen Richtlinien gehören Titel und Überschriften zum Hauptinhalt. Ihre Aufgabe besteht darin, den Inhalt einer Webseite zusammenzufassen und Nutzern bei der Entscheidung zu helfen, ob ein Link für sie relevant ist. Konkrete Anweisungen für den gezielten Einsatz eines bestimmten Keywords enthält die Quelle nicht.

Montti empfiehlt, Keyword-Stuffing zu vermeiden, Abschnitte für überfliegende Leser präzise zusammenzufassen und Fragen wie „Nutzer fragen auch“ nicht wörtlich als Überschriften zu übernehmen, da dies leicht auffallen könne.

Zusammenfassung: Quelle: ALM Corp. Titel und Überschriften sollen den tatsächlichen Inhalt verständlich zusammenfassen. Eine übermäßige oder mechanische Verwendung exakter Keywords wird von Montti als potenziell kontraproduktiv bewertet.

Google warnt vor irreführender Autorenschaft und ungeprüften KI-Inhalten

Google betont in den aktualisierten Richtlinien die Bedeutung von Authentizität. Als irreführende Autorenschaft gelten gefälschte Erstellerprofile, KI-generierte Porträts, erfundene Namen und falsche Qualifikationen.

Google bezeichnet dies als eine Form der Täuschung, die eine Seite sowohl für Nutzer als auch für automatisierte Qualitätssysteme unglaubwürdig macht. Die Quelle ordnet solche Signale als Hinweis auf eine minderwertige Seite ein.

Ein weiterer Abschnitt befasst sich mit generativer KI. Googles Dokumentation erinnert Verlage daran, dass KI-Modelle wahrscheinliche Wortfolgen vorhersagen und nicht auf Fakten zugreifen.

Dadurch können fehlerhafte Aussagen entstehen, die häufig als Halluzinationen bezeichnet werden. Google betont deshalb, dass alle KI-generierten Inhalte vor der Veröffentlichung manuell überprüft werden sollten.

„Modelle sagen Wortfolgen voraus und können dabei Fehler produzieren.“ – Zusammenfassung der Google-Hinweise in der Quelle ALM Corp

Infobox: Quelle: ALM Corp. KI-generierte Inhalte sind laut der Quelle nicht verboten. Gefälschte Autorenangaben sollen vermieden und alle KI-generierten Aussagen vor der Veröffentlichung manuell überprüft werden.

SEO-Community sieht weitere Hinweise auf ein mögliches Update

Trevor Stolber erklärte auf seiner LinkedIn-Seite, dass Google dem Markt den Boden unter den Füßen wegziehen werde. Er argumentierte, erfahrene SEOs kennten diese Entwicklung bereits, während viele selbsternannte SEO-„Gurus“ vermutlich eine bittere Pille schlucken müssten.

Auch Lily Ray verwies auf Anzeichen für ein bevorstehendes Google-Update. Sie bezog sich dabei auf jüngste Änderungen in der Kommunikation und Dokumentation des Suchmaschinenunternehmens.

Zusammenfassung: Quelle: ALM Corp. Aussagen aus der SEO-Community verstärken die Aufmerksamkeit für mögliche Änderungen, liefern aber keine offizielle Bestätigung eines neuen Google-Core-Updates.

Offen bleibt, wie detailliert Google Inhalte und Autorenangaben bewertet

Montti stellt die Frage, ob Google Inhalte und Autorenangaben in dem beschriebenen Umfang und auf diesem Niveau auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen wird. Google dürfte durch die Identifizierung großer Netzwerke minderwertiger Inhalte bereits über eine umfangreiche Datenmenge verfügen.

Darüber hinaus hat Google laut der Quelle mindestens zwei Forschungsarbeiten zur Erkennung von Netzwerken mit KI-generierten, minderwertigen Inhalten veröffentlicht. Unklar sei, ob diese Daten auch dazu genutzt werden, kleinere und weniger offensichtliche Websites mit geringer Qualität zu erfassen.

Damit verbunden ist die Frage, ob Google Websites künftig detaillierter nach Inhaltsqualität und Nutzerzufriedenheit einstufen wird. Eine solche Entwicklung könnte die Bewertung einzelner Seitenelemente und nicht nur die Betrachtung von Textinhalten verstärken.

Infobox: Quelle: ALM Corp. Noch offen ist, ob Google seine vorhandenen Daten und Forschungsansätze auf kleinere Websites ausweiten und Rankings detaillierter nach Inhaltsqualität und Nutzerzufriedenheit differenzieren wird.

Empfehlungen für Website-Betreiber

Aus den aktualisierten Formulierungen leitet die Quelle mehrere konkrete Prüfbereiche für Website-Betreiber ab. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob jede wichtige Seite ihren Zweck für Besucher tatsächlich erfüllt.

  1. Mit dem Zweck beginnen: Für jede wichtige Seite soll der Zweck für den Besucher definiert und anschließend geprüft werden, ob die Seite diesen Zweck erfüllt.
  2. Titel und Überschriften überprüfen: Sie sollen den jeweiligen Abschnitt präzise beschreiben und nicht mit Schlüsselwörtern überladen wirken.
  3. Autorenangaben kontrollieren: Biografien, Fotos und Qualifikationsnachweise sollen korrekt sein.
  4. KI-generierte Inhalte faktisch prüfen: Alle Behauptungen in KI-generierten Inhalten sollen vor der Veröffentlichung von einer Person überprüft werden.
  5. Bewertungstools, Rezensionen und Tabs prüfen: Jedes Element soll seinen Platz dadurch rechtfertigen, dass es dem Besucher hilft.

Die Empfehlungen betreffen damit sowohl redaktionelle Inhalte als auch Funktionen und Darstellungen einer Website. Entscheidend ist laut Quelle nicht allein das Vorhandensein eines Elements, sondern sein Beitrag zum Zweck der Seite und zur Zufriedenheit der Nutzer.

Zusammenfassung: Quelle: ALM Corp. Betreiber sollen Seit Zweck, Überschriften, Autorenangaben, KI-Inhalte und interaktive Elemente überprüfen und sicherstellen, dass sie dem Besucher einen erkennbaren Nutzen bieten.

Antworten auf zentrale Fragen zum erwarteten Google-Update

Google hat kein neues Core-Update bestätigt. Die Erwartung eines möglichen Updates basiert auf Roger Monttis Analyse saisonaler Muster, dem laufenden Spam-Update und den Änderungen an der Dokumentation.

Das Spam-Update wird als relevant bewertet, weil Google derzeit ein zweiwöchiges Spam-Update durchführt. Sechs Updates seit 2021 folgten laut Quelle auf ein Spam-Update oder überschnitten sich mit einem solchen.

Bei den hilfreichen Inhaltsrichtlinien wurden Warnungen zu gefälschten Autoren- und Profildaten ergänzt. Zusätzlich kamen Abschnitte zur Inhaltsqualität und Nutzerzufriedenheit hinzu, die Montti für wichtiger hält.

Als Hauptinhalt gelten alle Elemente, die direkt zum Zweck der Seite beitragen. Dazu gehören Texte, Bilder, Audio, Video, interaktive Elemente, nutzergenerierte Beiträge, Registerkarten sowie Titel und Überschriften.

Formale Expertenqualifikationen sind nicht für jedes Thema erforderlich. Google erwartet laut Quelle jedoch, dass Inhalte die notwendigen Fähigkeiten erkennen lassen, um Besuchern ein zufriedenstellendes Erlebnis zu bieten.

Exakte Keyword-Übereinstimmungen in Überschriften können nach Monttis Einschätzung kontraproduktiv sein. Überschriften sollen den Inhalt natürlich zusammenfassen und Nutzern helfen, die Relevanz einer Seite einzuschätzen.

KI-generierte Inhalte sind nicht grundsätzlich verboten. Google warnt jedoch vor gefälschten Autorenprofilen und ungeprüften Aussagen und fordert eine manuelle Prüfung vor der Veröffentlichung.

Eine direkte Möglichkeit, Zufriedenheitssignale zu beeinflussen, gibt es laut Quelle nicht. Website-Betreiber können die Zufriedenheit jedoch verbessern, indem sie den Zweck der Seite erfüllen und korrekte, nicht oberflächliche und originelle Inhalte bereitstellen.

Schlussfazit: Quelle: ALM Corp. Ein Google-Core-Update ist am 10.10.2026 nicht bestätigt. Die Quelle sieht jedoch aufgrund des saisonalen Musters, des laufenden zweiwöchigen Spam-Updates und der überarbeiteten Richtlinien Anzeichen für mögliche größere Änderungen bei Inhaltsqualität, Nutzerzufriedenheit, Authentizität und der Bewertung des gesamten Hauptinhalts.

Quellen:

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Also ich find das thema schon wichtig, aber irgendwie wird aus jedem kleinen satz in den Google richtlinien gleich ein riesen Update herbeigeredet. Nur weil gerade ein Spam update läuft und Weihnachten näher kommt, heist das ja noch lange nicht das nächste Woche alles im Ranking umgeworfen wird. Vor Weihnachten ändern sich die suchanfragen sowiso stärker, dadurch sehen manche Seiten bestimmt automatisch schwankungen und alle denken direkt an ein Core Update.

Den Punkt mit dem Hauptinhalt finde ich aber spannend, vorallem das jetzt nicht nur der Text zählt sondern auch Rechner, Tabs, Kommentare, Bilder und solche sachen. Das klingt logisch, denn eine Seite mit einem kaputten Preisrechner ist für den Nutzer halt nicht besonders hilfreich, auch wenn der Artikel selber super geschrieben ist. Andererseits wirds für kleinere Betreiber langsam echt schwer, alles gleichzeitig zu machen: gute Texte, schnelle Seite, funktionierende Tools, echte Autorenfotos, Videos und am besten noch eine Community. Irgendwann braucht man dafür ein ganzes Team und kein normaler Webseitenbetreiber mehr.

Bei den Autorenangaben bin ich etwas skeptisch. Natürlich sollte man keine erfundenen Ärzte, Experten oder KI Gesichter benutzen. Aber nicht jeder der einen Tipp zum Schneeschippen schreibt braucht gleich ein überprüfbares Profil mit Lebenslauf. Sonst werden ganz normale Erfahrungsberichte am Ende schlechter bewertet als glattgebügelte Marketingtexte von grossen Firmen. Das wäre dann auch nicht wirklich authentisch, obwohl Google dauernd genau das fordert.

Und diese Sache mit Nutzerzufriedenheit kann ich auch nicht ganz einordnen. Google sagt man könne die Signale nicht direkt beeinflussen, aber gleichzeitig soll man genau darauf achten das Nutzer zufrieden sind. Am Ende optimieren dann doch wieder alle auf längere Aufenthaltsdauer, weniger Absprünge und mehr Klicks, obwohl ein Nutzer manchmal einfach nur eine kurze Antwort will und nach zehn Sekunden wieder weg ist. Das müsste dann ja eigentlich ein gutes Ergebnis sein und kein negatives Signal, aber wer weiss schon wie das wirklich gemessen wird.

Zu KI Inhalten: Die Warnung ist berechtigt, weil wirklich viel komischer Quatsch veröffentlicht wird, teilweise mit falschen Zahlen und erfundenen Quellen. Aber Menschen machen auch Fehler und kopieren manchmal voneinander, also wird das Problem nicht verschwinden wenn man nur KI Texte prüft. Entscheidend wäre eher ob der Inhalt stimmt und jemand dafür verantwortlich ist. Ein echtes Autorenbild beweist schliesslich garnichts, das kann man mittlerweile auch einfach irgendwo herunterladen oder künstlich erstellen.

Bei den Überschriften sehe ich ebenfalls einen Widerspruch. Einerseits sollen sie den Inhalt genau zusammenfassen, andererseits können gleiche Keywords angeblich nach Spam aussehen. Für viele Shops ist es aber normal, das Produkt und Suchwort in der Überschrift zu nennen. Wenn ich nach Winterreifen suche möchte ich nicht erst eine kreative Überschrift lesen, die am Ende nur Reifen für kalte Tage bedeutet. Google sollte da schon unterscheiden können zwischen sinnvoller Beschreibung und sinnlosem Keyword stuffing.

Ich würde deshalb erstmal nicht panisch alles umbauen. Lieber kaputte Funktionen reparieren, alte Texte aktualisieren, Quellen prüfen und Seiten löschen die wirklich keinen Nutzen haben. Ob nun vor Weihnachten ein großes Update kommt oder erst im Januar, merkt man sowieso erst hinterher. Diese ganzen Prognosen von SEO Gurus sind oft wie Wetterbericht für in drei Wochen: klingt fachlich, stimmt aber nur manchmal und dann erinnert sich keiner mehr drann.
Ich find den interessanten neuen Punkt hier eher, wie schwammig „Hauptinhalt“ am Ende ausgelegt werden kann. Wenn wirklich jede Suchfunktion, jeder Tab und jeder Kommentar irgendwie mitbewertet wird, dann kann eine Seite ja schon wegen kleinigkeiten schlechter wirken, die eigendlich garnicht zum redaktionellen Inhalt gehören. Ein Forum hat nunmal andere Kommentare als ein Ratgeber und bei einem Shop sind Kundenbewertungen oft wiedersprüchlich. Das heist ja nicht automatisch das die ganze Seite schlecht ist.

Auch das Beispiel mit den Fan-Out-Suchanfragen versteh ich noch nicht ganz. Wenn jemand mehrere Unterfragen zu einem Thema stellt, ist es doch normal, dass man die nicht alle auf einer einzigen Seite komplett beantwortet. Sonst entstehen wieder diese riesigen Texte mit 4000 Wörtern, wo die eigendliche Antwort irgendwo zwischen fünf Tabellen und zehn Zwischenüberschriften versteckt ist. Vielleicht ist eine kurze Seite mit guten weiterführenden Links für Nutzer viel angenehmer, aber solche Signale kann Google vermutlich nicht immer auseinanderhalten.

Bei den Aussagen von Trevor Stolber und Lily Ray wäre ich ebenfalls vorsichtig. Das klingt eher nach Aufmerksamkeit aus der SEO Szene als nach belastbaren Beweisen. „Google zieht dem Markt den Boden unter den Füßen weg“ kann alles und nichts bedeuten. Solche Sprüche werden bestimmt auch gerne gepostet, damit mehr Leute den Beitrag anklicken oder Beratungen buchen. Eine Änderung in einer Dokumentation ist schlieslich noch kein Algorithmus Update, manchmal wird nur ein Satz umformuliert und schon drehen alle durch.

Was ich mich auch frage ist, wie kleinere Webseiten bei diesen Qualitätsprüfungen überhaupt eine faire Chance haben sollen. Ein großer Verlag kann für jedes Thema einen Fachautor, Lektor, Fotografen und jemanden für die Technik beschäftigen. Eine kleine Seite wird vielleicht von zwei Leuten nach Feierabend gemacht, die trotzdem sehr gute eigene Erfahrungen haben. Wenn dann ein fehlendes Autorenfoto oder ein nicht perfekt eingebundener Rechner negativ gewertet wird, wäre das ziemlich daneben. Ein Profil mit schickem Foto sagt ja nicht ob der Artikel stimmt, das sollte Google eigentlich wissen.

Die Sache mit der manuellen Prüfung von KI Texten klingt auf dem Papier richtig, aber in der Praxis wird warscheinlich sehr unterschiedlich geprüft. Manche lesen einen Text nur kurz durch und ändern zwei Wörter, andere vergleichen Quellen und rechnen Zahlen wirklich nach. Dann steht bei allen „manuell geprüft“, obwohl die Qualität komplett verschieden ist. Vielleicht bräuchte es eher nachvollziehbare Quellen und Korrekturen statt einfach nur einen Namen unter dem Artikel. Ein Autorenprofil kann man ja auch faken, wie im Artikel selber schon angedeutet wird.

Bei den Forschungsarbeiten zu KI Netzwerken bin ich gespannt, ob Google damit auch Satelittenseiten und alte Contentfarmen erwischt oder wieder hauptsächlich die kleinen Seiten, die wenig Möglichkeiten haben sich zu wehren. Große Netzwerke wechseln vermutlich schnell Domains und Betreiber, während ein kleiner Blog jahrelang unter einer falschen Bewertung leidet. Gerade bei Updates ist das Problem, dass man oft gar nicht weis, was eigentlich der Grund war. Es gibt keine richtige Fehlermeldung wie bei einer kaputten Software, sondern nur weniger Besucher und viele vermutungen.

Und die zeitliche Nähe zu Weihnachten macht die Sache nochmal schwieriger. Ein Onlineshop kann gleichzeitig durch das Update, saisonale Nachfrage, Lieferprobleme, Werbung und wechselnde Preise schwankungen bekommen. Wenn die Besucherzahlen runtergehen, ist kaum festzustellen ob Google schuld ist oder ob die Leute dieses Jahr einfach woanders einkaufen. Bei Nachrichten und Reisewebseiten ist es vermutlich ähnlich. Deshalb sollte man meiner meinung nach nicht jeden kleinen Ausschlag sofort als Beweis für ein Update verkaufen.

Was ich am Ende vermisse ist eine Aussage dazu, wie man gute Nutzerzufriedenheit überhaupt messen kann ohne wieder in alte SEO Tricks zu fallen. Eine schnelle Antwort kann sehr zufriedenstellend sein, obwohl der Besucher sofort wieder weg ist. Ein langer Aufenthalt kann dagegen bedeuten, dass jemand die Information nicht findet und ständig suchen muss. Klicks, Verweildauer und Absprünge sind also nicht automatisch gut oder schlecht. Vielleicht müsste Google mehr auf wiederkehrende Besuche, Suchreformulierungen oder direkte Beschwerden schauen, aber auch das kann manipuliert werden.

Die Empfehlungen sind grundsätzlich vernünftig, nur leider ziemlich allgemein. Zweck definieren, Überschriften prüfen, Quellen kontrollieren und Funktionen testen sollte sowieso jeder machen. Die spannende Frage bleibt aber, wie stark diese Dinge wirklich ins Ranking einfliessen und ob es dafür ein einzelnes Update braucht. Vielleicht ist das ganze auch eher eine langfristige Richtung als ein großer Schalter der an einem bestimmten Tag umgelegt wird. Ich würde deshalb keine panischen Änderungen kurz vor Weihnachten machen, sondern erst Fehler dokumentieren und dann nach dem Jahreswechsel vergleichen. Sonst löscht man noch funktionierende Inhalte und denkt hinterher, man hätte das Update selbst verursacht.
Spannend finde ich vor allem die offene Frage, ob Google bei kleinen Websites wirklich so tief prüft oder am Ende doch wieder hauptsächlich die großen Content-Netzwerke erwischt.
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