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KI-Chatbots suchen anders als Google: Was Unternehmen für ihre Sichtbarkeit lernen können
Websites erscheinen in den Antworten von KI-Chatbots nicht zwangsläufig so, wie sie in den Trefferlisten klassischer Suchmaschinen platziert sind. Wie t3n berichtet, stehen laut einer Ahrefs-Analyse von 15.000 Suchanfragen nur 12 Prozent der URLs, auf die sich KI-Assistenten berufen, für dieselbe Frage in den Google-Top-10.
Der Beitrag verdeutlicht die praktische Konsequenz anhand eines Büromöbelherstellers mit 400 Mitarbeitenden. Obwohl das Unternehmen bei Google für „höhenverstellbarer Schreibtisch Büro“ auf Platz zwei steht, wird es in einer Antwort auf die Frage nach geeigneten höhenverstellbaren Schreibtischen für ein Büro mit 50 Arbeitsplätzen nicht genannt. Nach Darstellung von t3n muss dies nicht an der Qualität der Website liegen, sondern kann daran liegen, dass passende Inhalte zu den konkreten Teilfragen fehlen.
„Sichtbar wird, wer die Fragen der Kund:innen beantwortet“
Infobox: Wichtigste Erkenntnis: Gutes SEO bleibt laut t3n eine Grundlage, reicht für KI-Assistenten aber nicht allein aus. Entscheidend ist, ob eine Website passende und aktuelle Antworten auf die verschiedenen Teilfragen der Nutzer liefert.
Aus einer Nutzerfrage werden mehrere Suchanfragen
KI-Chatbots übermitteln eine Frage meist nicht wortgleich an eine Suchmaschine. Stattdessen formulieren sie daraus eine oder mehrere gezieltere Suchanfragen. Google bezeichnet dieses Verfahren als „Query Fan-out“, während OpenAI ein vergleichbares Prinzip für die ChatGPT-Suche beschreibt.
Aus der Frage nach Schreibtischen für ein Büro mit 50 Arbeitsplätzen können laut t3n beispielsweise einzelne Suchanfragen zu ergonomischen Schreibtischen, zur Traglast für mehrere Monitore und zu Mengenrabatten für Firmenkunden entstehen. Dadurch wird verständlich, warum eine gute Platzierung für ein einzelnes Suchwort nicht automatisch zu einer Erwähnung in einer KI-Antwort führt.
Ahrefs zufolge ranken rund 80 Prozent der zitierten Seiten für die ursprüngliche Frage überhaupt nicht. Sie werden über die daraus abgeleiteten Teilsuchen gefunden. Für Unternehmen bedeutet das, dass nicht nur ein Top-Keyword relevant ist, sondern auch die Frage, ob zu den einzelnen Teilfragen jeweils eine passende Seite existiert.
- Typische Kundenfragen sammeln
- Teilfragen zu den jeweiligen Themen identifizieren
- Für jede Teilfrage eine passende Seite bereitstellen
- Nicht ausschließlich auf ein einzelnes Top-Keyword setzen
Infobox: Wichtigste Erkenntnis: KI-Assistenten zerlegen Fragen in mehrere Suchrichtungen. Seiten können deshalb auch dann zitiert werden, wenn sie für die ursprüngliche Gesamtfrage nicht in den Google-Top-10 erscheinen.
Jeder KI-Anbieter greift auf andere Suchquellen zurück
Die einzelnen Suchanfragen werden gegen Suchverzeichnisse beziehungsweise Indizes ausgeführt. Gemini und Googles KI-Übersichten greifen laut t3n auf Google zurück. ChatGPT nutzt nach Angaben von OpenAI Suchpartner wie Microsofts Bing sowie einen eigenen Suchbot, während Copilot auf Bing setzt.
Claude greift laut Recherchen von Techcrunch auf die Suchmaschine Brave zurück. Perplexity betreibt einen eigenen Index. Weil Unternehmen Bing nach Darstellung von t3n häufig weniger Aufmerksamkeit widmen, kann bereits eine Anmeldung in den Bing Webmaster Tools ein wichtiger Schritt sein.
| KI-Angebot | Genannte Suchquelle |
|---|---|
| Gemini | |
| Googles KI-Übersichten | |
| ChatGPT | Suchpartner wie Microsofts Bing und ein eigener Suchbot |
| Copilot | Bing |
| Claude | Brave |
| Perplexity | Eigener Index |
Die Nutzung der verschiedenen KI-Angebote in Deutschland verteilt sich laut Bitkom unterschiedlich. 71 Prozent der KI-Nutzenden in Deutschland verwenden ChatGPT, 50 Prozent Gemini und 43 Prozent Copilot. Perplexity und Claude liegen deutlich darunter.
| KI-Angebot | Anteil der KI-Nutzenden in Deutschland |
|---|---|
| ChatGPT | 71 Prozent |
| Gemini | 50 Prozent |
| Copilot | 43 Prozent |
Infobox: Wichtigste Erkenntnis: Wer bei Google und Bing gut aufgestellt ist, erreicht laut t3n den Großteil der genannten Nutzergruppen. Die Suchquellen unterscheiden sich jedoch je nach KI-Angebot.
Technische Zugänglichkeit bleibt eine Voraussetzung
Damit ein KI-System eine Website verwenden kann, müssen seine Such-Bots die Seite abrufen können. In einem eigenen Test der Startseiten von 309 Mittelständlern und Familienunternehmen ließ laut t3n gut vier von fünf Unternehmen alle getesteten KI-Bots herein.
Wenn Zugriffe blockiert wurden, betraf dies meist Trainings-Bots, die Texte für künftige Modelle sammeln und für die Suche keine Rolle spielen. Die grundsätzliche Erreichbarkeit durch Such-Bots ist damit ein zentraler technischer Prüfpunkt.
Auch JavaScript stellt laut dem Beitrag nur selten ein Hindernis dar. Die Bots von OpenAI, Anthropic und Perplexity führen JavaScript laut einer Vercel-Analyse zwar nicht aus. Die meisten Websites liefern ihre Texte jedoch direkt mit aus. Problematisch kann es bei Inhalten werden, die erst im Browser nachgeladen werden, etwa bei Produktkonfiguratoren.
- Such-Bots nicht aussperren
- Prüfen, ob wichtige Inhalte ohne JavaScript sichtbar sind
- Nachgeladene Inhalte wie Produktkonfiguratoren besonders kontrollieren
Infobox: Wichtigste Erkenntnis: Die meisten getesteten Websites waren für KI-Bots zugänglich. Kritisch können vor allem Inhalte sein, die erst im Browser nachgeladen werden.
Seitentyp, Aktualität und externe Quellen beeinflussen die Auswahl
Nach welchen Kriterien KI-Systeme ihre Quellen auswählen, verrät laut t3n kein Anbieter. Große Auswertungen zeigen jedoch bestimmte Muster. Eine Untersuchung des Wix Studio AI Search Lab analysierte über eine Million Antworten aus ChatGPT, Googles AI Mode und Perplexity.
| Seitentyp | Anteil |
|---|---|
| Listen und Vergleiche | 21,9 Prozent |
| Ratgeberartikel | 16,7 Prozent |
| Produktseiten | 13,7 Prozent |
Welcher Seitentyp bevorzugt wird, hängt laut t3n vor allem von der Suchabsicht ab. Bei Fragen nach Anbietern werden Vergleiche genannt, während bei Problemen eher Ratgeber erscheinen. Unternehmen sollten ihre Inhalte deshalb an der jeweiligen Nutzerfrage ausrichten.
Auch die Aktualität spielt eine Rolle. Laut Ahrefs sind die von KI-Assistenten ausgegebenen und zitierten Inhalte im Schnitt gut ein Viertel jünger als Seiten in Googles klassischen Ergebnissen. ChatGPT bevorzugt neue Inhalte dabei am stärksten.
Veraltete Preise, Modelle oder Jahreszahlen können laut t3n deshalb ein deutlicher Nachteil sein. Seiten sollten regelmäßig überarbeitet werden, wobei es nicht genügt, lediglich das Datum zu ändern.
Neben Herstellerseiten greifen KI-Systeme häufig auf Vergleichsportale, Fachmedien oder Branchenverzeichnisse zurück. Unternehmen können dadurch indirekt in KI-Antworten erscheinen, wenn sie in den von der KI verwendeten externen Quellen vertreten sind.
Infobox: Wichtigste Erkenntnis: Vergleiche und Listen machten 21,9 Prozent, Ratgeberartikel 16,7 Prozent und Produktseiten 13,7 Prozent der ausgewerteten Inhalte aus. Aktualität und Präsenz in externen Quellen sind zusätzliche Faktoren.
KI-Sichtbarkeit lässt sich messen
ChatGPT ergänzt laut OpenAI automatisch den Zusatz „utm_source=chatgpt.com“ an Links in seinen Antworten. In Google Analytics kann dadurch abgelesen werden, wie viele Besucher aus ChatGPT auf eine Website gelangen.
Microsoft bietet seit Februar 2026 in den Bing Webmaster Tools den Bericht „AI Performance“ an. Dieser zeigt, wie oft eine Website in Copilot und in Bings KI-Antworten auftaucht und über welche Suchbegriffe sie von der KI gefunden wurde.
Darüber hinaus gibt es spezialisierte Plattformen für KI-Sichtbarkeit. Sie stellen regelmäßig typische Kundenfragen an mehrere KI-Systeme, werten die Häufigkeit der Unternehmensnennungen aus und leiten daraus Verbesserungen ab. Da KI-Antworten schwanken können, ist laut t3n wichtig, wie viele Fragen getestet und wie oft diese wiederholt werden.
- Besucher aus ChatGPT in der Webanalyse beobachten
- Den Bericht „AI Performance“ in den Bing Webmaster Tools nutzen
- Typische Kundenfragen in mehreren KI-Systemen testen
- Häufigkeit und Wiederholungen der Tests berücksichtigen
Infobox: Wichtigste Erkenntnis: Unternehmen können Zugriffe aus ChatGPT über „utm_source=chatgpt.com“ auswerten und seit Februar 2026 den Bing-Bericht „AI Performance“ verwenden.
Checkliste für die Website-Optimierung
t3n leitet aus der Analyse mehrere konkrete Maßnahmen für Unternehmen ab. Im Mittelpunkt steht eine Website, die nicht nur einzelne Keywords abdeckt, sondern die typischen Fragen und Teilfragen der Kunden beantwortet.
- Die typischen Kundenfragen sammeln und prüfen, ob zu jeder Teilfrage eine passende Seite vorhanden ist.
- Für Anbieterfragen Vergleiche und Übersichten anbieten.
- Für Problemfragen Ratgeber bereitstellen.
- Preise, Modelle und Daten regelmäßig prüfen und Seiten tatsächlich überarbeiten.
- Ermitteln, welche Portale und Medien von den KI-Systemen zitiert werden.
- Die Website in den Bing Webmaster Tools anmelden.
- Such-Bots nicht aussperren und testen, ob wichtige Inhalte ohne JavaScript sichtbar sind.
- Besucher aus ChatGPT in der Webanalyse beobachten und den AI-Performance-Bericht bei Bing nutzen.
Nach Darstellung von t3n bleibt gutes SEO die Grundlage für digitale Sichtbarkeit. KI-Assistenten suchen jedoch nicht nur nach einem Keyword, sondern nach Antworten auf viele Teilfragen und bevorzugen aktuelle sowie passend aufbereitete Inhalte.
Infobox: Wichtigste Erkenntnis: Unternehmen verbessern ihre Sichtbarkeit in der KI-Suche, indem sie Teilfragen abdecken, passende Seitentypen verwenden, Inhalte aktuell halten, externe Quellen berücksichtigen, Bing einbeziehen und die Ergebnisse messen.
Quellen:














